April 30th, 2011
Spezialsuchmaschinen und Suche im Web 2.0
Die klassischen, indexbasierenden Suchmaschinen, die zum größten Teil Volltext-Suche in den, für Außenstehende, unüberschaubaren Tiefen des sichtbaren Internets betreiben, schöpfen ihr Wissen aus den riesigen Datenbeständen, die die Suchmaschinen-Betreiber in ihren Datenbanken angehäuft haben.
Klassische Suchmaschinen spiegeln Vergangenheit wider
Allein aus der Beschaffung und Verarbeitung dieser Daten geht hervor, dass es sich bei den Datenbeständen in den Archiven dieser Suchmaschinen immer um ein Abbild der Vergangenheit handelt.
Der User, der ein Internetangebot bekannt machen will, kann beispielsweise bei den verschiedenen Suchmaschinen seine Webseite oder URL anmelden.
Nach einiger Zeit, die manchmal zwischen vier und sechs Wochen betragen kann, wird diese Webseite von den Index-Programmen der Suchmaschinen besucht und ihr Inhalt indiziert. Dabei wird der Text eingelesen, die vorgefundenen Links verfolgt und der Inhalt als Zeichenfolge archiviert.
In der Zwischenzeit kann es durchaus möglich sein, dass die beim Webseite anmelden noch aktuellen Daten, bereits veraltet oder überholt sind.
Aus Gründen der Aktualität, werden einmal indizierte Webseiten von den Tools der Such maschinen in regelmäßigen Abständen erneut besucht, jedoch ist auch das nur ein Hinterherlaufen der Gegenwart.
Es erfolgt bei der Suche keine Prüfung auf inhaltliche Relevanz
Außerdem können Volltext-Suchmaschinen zwar Webseiten auflisten, die die Wörter oder Zeichen der Suchanfrage enthalten, es erfolgt aber keine inhaltliche Prüfung der Suchergebnisse und natürlich auch keine Erfassung des Sinnes der Anfrage.
Die Reihenfolge der Treffer zu einer bestimmten Suchanfrage wird dabei von einem internen Ranking durch die Suchmaschinenbetreiber bestimmt.
Dabei fließen verschieden Faktoren ein, die von Suchmaschine zu Suchmaschine unterschiedlich sind. Es ist natürlich hierbei auch eine gewisse Art der Zensur durch die Suchmaschinenbetreiber möglich, da diese nicht nur über die Reihenfolge der Treffer, sondern auch über die Aufnahme oder Nichtaufnahme einer angemeldeten Webseite entscheiden.
Dies ist bei der zweiten Gruppe der Suchtools, den sogenannten Webkatalogen ähnlich.
Hierbei handelt es sich um Linkverzeichnisse und Linksammlungen, die manuell begutachtet und in entsprechende Suchkategorien einsortiert werden.
Diese Prüfung und Begutachtung erfolgt aber auch erst nach der Anmeldung der URL, also mit Zeitverzug.
Bei der Suche durch den User ergibt sich nun der Vorteil, dass die Suche im entsprechenden Themenkreis erfolgt.
Selbstverständlich muss er auch hier ziemlich genau wissen, was er sucht, beziehungsweise, wie er sich das Suchergebnis vorstellt.
Suche und Recherche in Echtzeit gehören die Zukunft
Im Zeichen unserer immer schneller werdenden Kommunikationsgesellschaft, wird eine Suche in Echtzeit, genau wie eine sinnhafte Interpretation der Suchanfrage immer wichtiger.
Das sogenannte Mitmach-Web oder auch Web 2.0, das dadurch gekennzeichnet ist, dass es nicht mehr als reiner Informationspool in eine Richtung arbeitet, sondern davon lebt, dass sich immer mehr User an dessen Gestaltung beteiligen, erfordert natürlich auch neue Methoden der Internetrecherche und der Suche.
Dabei wird eine Echtzeitsuche immer wichtiger, da nur auf diese Weise die aktuellen Beiträge im Moment ihres Erscheinens für die Suche durch andere User zur Verfügung gestellt werden können. Weiterhin werden die einzelnen Beiträge durch das sogenannte Tagging nicht mehr nur in Kategorien eingeteilt, sondern anhand von Wortgruppen aus dem Inhalt, die der Betreiber der Webseite als kurze Inhaltsangabe hinterlegt, schneller auffindbar.
Ein weiterer Trend bei den Suchmaschinen der neueren Generation geht dahin, bereits aus der Anfrage den Sinn zu erkennen und die entsprechenden Such-Ergebnisse darauf auszurichten. Dieses Prinzip der semantischen Suche wird bereits bei einigen Suchmaschinen getestet und wird immer mehr umgesetzt.